Über die Entwicklung von FLIT/FLINT Räumen

(Weil der letzte Beitrag hier über 3,5 Jahre alt ist: Meine Meinungen und mein Sprachgebrauch haben sich höchstwahrscheinlich seit dem letzten Eintrag geändert. Sollte es diesbezüglich Klärungsbedarf geben, bitte nachfragen.)

Vorbemerkungen zu diesem Beitrag

Dieser Beitrag ist eine Kopie meines sehr langen Twitter-Threads von gestern. Ich habe den Text selbst hier nicht weiter editiert, habe aber einige Zwischenüberschriften eingefügt, um etwas Struktur und Überblick zu schaffen. Da ich den Thread vorher nicht geplant hatte und ihn spontan nach und nach geschrieben habe, ist die Struktur trotzdem nicht immer komplett übersichtlich.

Außerdem hatte ich pro Tweet natürlich nur 280 Zeichen Platz, weshalb – trotz aller Detailtiefe – einiges immer noch verkürzt beschrieben ist (v.a. komplexe Identitäten und deren Beschreibungen, die ich hier oft ziemlich ahistorisch als “trans masc/male” oder “nonbinary” zusammengefasst habe). Beim nochmal Durchlesen heute sind mir zudem viele Punkte auf- und eingefallen, die ich nur sehr grob angerissen, aber dann doch nicht vertieft habe – aber vielleicht ist es auch einfach kein realistischer Anspruch an einen einzelnen Twitter-Thread, ca. 40 Jahre queere Geschichte vollständig und ausgewogen zu repräsentieren? ;)

Auch wichtig: Ich rede hier v.a. über den (west)deutschen bzw. deutschsprachigen Kontext. Dieser wurde durchaus durch Diskussionen in Nordamerika beeinflusst (nicht zuletzt durch das Ende der 1990er immer zugänglich werdendere Internet), hatte aber auch seine spezifischen Eigenheiten.

Der Thread zitiert sehr viele Begriffe (v.a. für trans Menschen), die wir heute so nicht mehr verwenden würden, schon gar nicht für andere Menschen. Ich finde es aber wichtig, im historischen Kontext auch die damals verwendeten Begriffe zu nennen, und sei es nur, weil es eventuell beim Lesen und Verstehen älterer Quellen hilft.

Hier noch ein ganz kurzes Abkürzungsglossar für die Begriffe, die nicht im Thread selbst erklärt sind. Andere Leute verwenden diese Begriffe ggf. anders, diese Erläuterungen gelten also erstmal nur für diesen Beitrag:

  • afab: assigned female at birth (bei der Geburt weiblich zugewiesen)
  • amab: assigned male at birth (bei der Geburt männlich zugewiesen)
  • trans masc: trans masculine = transmaskulin, oft irgendwie nicht-binärgeschlechtlich; manchmal Oberbegriff für alle trans Männer und transmaskulinen Personen
  • trans male: trans männlich, oft (aber nicht immer) binärgeschlechtlich
  • trans fem: trans feminin, oft irgendwie nicht-binärgeschlechtlich; manchmal Oberbegriff für alle trans Frauen und transfemininen Personen
  • nonbinary: nicht-binär(geschlechtlich)
  • ID: Identität, identitäts-
  • Bio-Queen: veralteter Begriff für eine cis weibliche Drag Queen

Ab hier: Unveränderte Kopie des Twitter-Threads mit eingefügten Zwischenüberschriften

Einleitung

Falls jemand das Akronym noch nicht kennt: FLINT = Frauen Lesben Inter Nonbinary und/oder Trans.

Manchmal wird auch nur FLIT genutzt, aber dann sind in der Praxis zumindest afab nonbinary Menschen immer mitgemeint.

Aktuelle Sprache/Anwesenheit sind auch nicht immer synchron.

Von “Frauen” zu “FrauenLesben”

Entwickelt hat sich das Ganze übrigens aus “Frauen”. Erst kamen (ich glaube, in den 80ern?) die Lesben explizit dazu, um sichtbar zu machen, dass nicht alle Frauen hetera sind. Das verschob sich dann zu “FrauenLesben” als quasi-Code für “Lesben und ein paar andere Frauen”.

Trans und nonbinary Menschen/Identitäten in FrauenLesben-Kontexten (1990er)

Ab den 90ern hatten immer mehr trans und inter Menschen ihr Coming-Out als solche und forderten Mitbenennung/explizite Einladung in den Räumen, in denen sie eh schon die ganze Zeit anwesend gewesen waren bzw. von denen sie wissen wollten, ob sie willkommen sind.

Wichtig zu wissen: “Trans” war damals der Oberbegriff für “transsexuell” (heute etwa: “binär trans”) und “transgender” (heute etwa: “nonbinary (trans)”). Als “genderqueer”, “genderfluid” o.ä. identifizierte Leute waren in der Praxis definitiv mitgemeint.

Eine wichtige Identität, deren Label heute kaum noch so verstanden wird wie damals, ist “Transgender Butch” für eine afab Butch, die sich weder als Frau noch als Mann identifiziert hat. (Meist war es “die Butch”, auch wenn die Person er-Pronomen hatte, seltener auch “der Butch”.)

(Sprachlicher) Umgang mit trans/nonbinary Menschen in (ehemaligen) FrauenLesben-Kontexten (ca. Mitte 1990er)

Da viele Leute/Gruppen/Orte enge persönliche und politische Verbindungen mit afab Menschen hatten, die dann ein Trans-Coming Out hatten, stand in den meisten Räumen ziemlich schnell fest, dass wir diese Menschen jetzt nicht einfach “rausschmeißen” wollen und können.

Die meisten bisherigen “FrauenLesben”-Räume entschieden sich daher für eine sprachliche Erweiterung ihrer “Zielgruppe”. Manche nannten sich nun kategorisch “männerfrei” (was i.d.R. als “cismännerfrei” gedacht war, weil “cis” als Begriff noch kaum bekannt war).

Manche Räume ließen in der Überschrift das “FrauenLesben” drin und schrieben untendrunter eine Liste mit den eingeladenen Identitäten, die “mitgemeint” waren. Manche Räume hatten nur noch solche Listen.

Es kamen aber mehr oder weniger die gleichen Leute wie vorher zu den Events.

Die Listen waren uneinheitlich und oft irgendwie unvollständig. Manche nannten z.B. explizit Butches und Femmes mit, oder Drag Kings, etc.

Es machte für viele von uns aber einen deutlichen positiven Unterschied, wirklich ausdrücklich EINGELADEN zu sein statt nur mitgemeint.

Parallel kamen auch immer mehr “all genders welcome” Events auf, v.a. im Kontext von Drag Kings.

Butches, Drag Kings, trans Männer, transgender Leute (ca. späte 1990er)

Dazu ist wichtig, dass die Grenze zwischen Butch, Drag King und trans Männern/transgender Leuten damals oft fließend war. Nicht alle Drag Kings haben auch auf Bühnen performt!

Es gab teils heftige “Grabenkämpfe” (border wars) zwischen diesen 3 IDs und ihren Schnittmengen. Und zwar ziemlich kreuz und quer. “Butch” verschob sich dabei immer mehr zu etwas, womit die meisten “Frau” assoziierten. Damit verschwand leider sehr viel Geschichte aus dem Blick.

Was wiederum dazu führte, dass immer weniger Nicht-(Nur)-Frauen sich als “Butch” identifizierten und eher andere Labels wählten. Daher kommt übrigens die Geschichte mit dem “Butch Flight” (dt. oft “Aussterben der Butches” o.ä.).

Weil es oft eben Leute waren, die als Butch vorher Teil der “FrauenLesben”-Community waren (oder geworden wären), die sich nun primär anderen IDs/Communitys zuordneten. Und das WAR emotional tatsächlich ein schwerer Verlust für viele, die so ihre engen Weggefährt*innen verloren.

Femmes (nicht nur) als Partnerinnen von Butches und trans masc/male Menschen (ca. später 1990er)

Kurzer Einschub zu Femmes: Viele Femmes aus Butch/Femme-Kontexten wurden mit dieser Verschiebung plötzlich auch mit aus “lesbischen” Räumen ausgeschlossen, wenn unsere Partner*innen aufhörten, sich als Frauen und/oder Lesben zu verstehen bzw. anfingen, er-Pronomen zu nutzen.

Egal, ob unsere Partner*innen sich nun als “100% Mann” identifizierten oder eine differenziertere Geschlechts-ID hatten: Wir waren nun endgültig nicht mehr “lesbisch genug”, und all das ohnehin vorhandene Misstrauen gegenüber unserer Femininität schien endlich gerechtfertigt.

Viele Butch/Femme-Kontexte, die im deutschspr. Raum ohnehin sehr klein waren, zerfielen entweder komplett oder verschoben sich in die “lesbische” oder die “trans” Richtung. Da B/F in der größeren Lesbencommunity eh Randfiguren waren, ließ uns das teils ohne jedes Zuhause zurück.

Erst recht, wenn wir unsere eigene Identität im Zuge der Transition unserer Partner*innen auch noch von “lesbisch” zu “queer” oder “bi/pan” änderten.

Auch sonst bekamen viele Femmes mit trans masc Partner*innen ziemlich viel Bi-Feindlichkeit ab, egal, was unsere ID war.

Aufkommen von Kontexten nur für trans masc/male Menschen; Partner*innen als “Angehörige” (ca. frühe 2000er)

Zeitgleich entstanden immer mehr Kontexte für trans Männer (die mehr oder weniger offen auch für nicht-binäre trans masc Menschen waren).

Dort wurden Partner*innen kategorisch als “Angehörige” definiert, zusammen mit Eltern und ggf. Freund*innen.

Daher kommt im englischsprachigen Raum das Akronym “SOFFAS” (Significant Others, Friends, Family and Allies).

Alle Angehörigen wurden dabei als ahnungslose, potenziell transfeindliche Personen konstruiert, die man als trans Mensch “aufklären” muss.

Was ziemlich absurd war, da es schon fast stereotyp war, dass Femmes oft diejenigen waren, die ihre trans masc/male Partner*innen überhaupt erst auf das Thema trans brachten und teils längst erheblich mehr Wissen über Transitionsmöglichkeiten und das politische Drumherum hatten.

Dass Femmes sich oft explizit und mehrfach für nicht-als-Frau-identifizierte Partner*innen entschieden (oder das sogar als ihre sex./rom. Orientierung empfanden), wurde mehr und mehr als “Fetischisierung” von trans masc/male Menschen und als implizit transfeindlich konstruiert.

Umso mehr, wenn die Femme sich trotzdem aus politischen Gründen weiter als Lesbe statt als Bi-Frau identifizierte.

(Ihr seht, das ist alles absolut keine neue Diskussion!)

Die Realität war natürlich differenzierter: Manche Lesbe/trans masc/male Paare trennten sich. Andere passten ihre Label aneinander bzw einseitig an. Manche akzeptierten den vemeintlichen Widerspruch in “Lesbe in Beziehung mit trans Mann” als unauflösbar, aber nicht problematisch.

Weitere sprachliche Inklusionsversuche von trans/nonbinary Menschen in (ehemals) FrauenLesben-Räume

Aber zurück zu den Räumen und deren Labeln:

Wir waren sprachlich bei entweder “männerfrei”, “FrauenLesben mit Liste der Mitgemeinten” oder “Liste der Mitgemeinten”. Plus: “all genders welcome” (was in der Praxis meist afab-zentriert war) und zunehmend auch trans-only Räumen.

Mit Ausnahme der trans-only Räume, wurden einzig cis Lesben immer und überall eingeladen. Alle anderen mussten entweder sehr genau lesen, ob sie eingeladen waren oder sich quasi “traditionshalber” mitgemeint fühlen, egal, was da stand.

Es blieb ein latent unbequemer Kompromiss.

Weiterentwicklung von queerer/trans Sprache allgemein

Parallel dazu entwickelte sich auch queere Sprache und die damit ausgedrückten Denkkonzepte weiter.

Der Unterstrich (gender gap) bzw. später das Sternchen (oder andere Zeichen) etablierte sich, während “nonbinary”/”nicht-binär” zunehmend auch auf Deutsch benutzt wurde.

Fast die gleichen Diskussionen, die es in den 90ern zwischen selbst-identifizierten “Transsexuellen” und “Transgendern” gegeben hatte, fanden nun zwischen nonbinary Menschen (trans und nicht-trans) und binären trans Menschen (inkl. “Truscum”/”transmedicalists”) statt.

Und wir fingen alle an, trans als Adjektiv zu nutzen und “trans Mann” statt “Transmann” zu schreiben.

Trans bekam erst ein Sternchen für mehr Inklusivität, was dann wieder (für mehr Inklusivität) entfernt wurde. Frauen (und manchmal Männer) bekam ebenfalls oft ein Sternchen.

Oft existierten viele sprachliche Formen parallel, weil die aktuell präferierte Form sich super schnell änderte (bis heute). Selbst absolut wohlmeinende Leute/Gruppen kommen da oft gar nicht hinterher, v.a. wenn sie langsame Entscheidungsprozesse haben.

FLIT als neues Akronym; Aufkommen von “cis”

Parallel wurde “FrauenLesben” auf “FLIT” (FrauenLesbenInterTrans) erweitert (bzw. die langen ID-Listen darauf zusammengekürzt). “Trans” war dabei (wie oben schon gesagt) inklusive binäre trans Frauen und nichtbinäre afab Menschen gedacht (und wurde in der Praxis so gehandhabt).

Ach ja, fast vergessen: Es etablierte sich außerdem die Bezeichnung cis für nicht-trans/nicht-nonbinary Menschen. (Auch zuerst z.B. als “Cisfrau” und später als “cis Frau”.)

Davor gab es noch längere Zeit die Konstruktion “Biofrau” als Gegenstück zu “Transfrau”.

Vernachlässigung von trans Frauen und anderen trans femininen Menschen

Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass trans Frauen (ganz zu schweigen von anderen trans femininen Menschen) in dem ganzen Hin und Her oft ziemlich vernachlässigt wurden.

Der absolute Großteil der Diskussionen drehte sich fast komplett um afab nobinary/trans masc/male Menschen.

(Deswegen ist es für mich manchmal anfangs sehr verwirrend, wenn ich Beschwerden lese, dass “niemand” über trans Männer redet, weil ich das damals so vehement als EINZGES trans Thema mitbekommen habe. Ist aber in der allgemeinen “Trans-Diskussion” heute tatsächlich sehr anders!)

Strukturell bevorzugte Einschlüsse von trans masc/male Menschen in FLIT Räumen (im Vergleich zu trans Frauen/Fems)

Diese Vernachlässigung von trans Frauen war einerseits “strukturell” bedingt, weil trans Frauen (anders als viele trans Männer) prä-Transition noch nicht Teil lesbischer/FLIT Räume waren und überhaupt erstmal Zugang zu diesen Räumen finden mussten, um dort eine Stimme zu haben.

D.h. trans Männer saßen eh schon im Raum, wir kannten sie bereits als Individuen, hatten teils ihre ID-Findungsprozesse miterlebt und hatten oft viele Jahre mit ihnen Räume geteilt.

Da war es sehr viel schwerer, diese Leute plötzlich als “Feindbild Mann” zu konstruieren…

“Frau” und “Mann” als politische Kategorien; Trans Männer als “nicht-ganz-Männer” im politischen Sinn

Die allermeisten dieser Räume hatten ja einen feministischen politischen Hintergrund und haben entsprechend oft “Männer” primär und kategorisch als “die Anderen” und “die Unterdrücker” bzw. “die Gewalttäter” gedacht.

Und diese uns bekannten Menschen waren ja gar nicht wie “die”.

D.h. sie waren in diesem (politischen) Sinne eben auch nicht so wirklich “Männer”, weil sie ja ebenso wie “wir” frauenfeindliche Diskriminierung erlebt hatten (und oft weiter erlebten).

Daher sahen viele FrauenLesben trans masc/male Leute weiterhin als Teil von “wir”.

“Mann” (ebenso wie “Frau”) war also primär eine *politische* Kategorie, die dann oftmals biologistisch symbolisiert/ausgedrückt wurde.

(Vergleichend dazu: Monique Wittig “Lesben sind keine Frauen” – nämlich im politischen Sinne innerhalb des heteronormativen Patriarchats.)

In diesem(!) Sinne hat es also eine gewisse Wahrheit, dass trans Männer “keine Männer” sind – weil sie i.d.R. zumindest einen nennenswerten Teil ihres Lebens eben NICHT dieser Kategorie zugeordnet und als solche behandelt wurden (egal wie gerne sie das evtl. gehabt hätten).

(Das macht natürlich den damit oft verknüpften Biologismus in keiner Weise richtig oder okay!

Ich beschreibe hier ausschließlich queer-politisch-soziale Entwicklungen, die ich mitbekommen habe – egal, ob ich sie heute noch gutheiße oder damals gutgeheißen habe.)

Pauschales Misstrauen gegenüber trans Frauen; Gatekeeping

Jedenfalls: Analog dazu wurden trans Frauen umgekehrt oft erstmal grundsätzlich mit Misstrauen betrachtet. Schließlich waren sie “neu” bei “uns”. Und wegen der Vermischung von politischer Kategorie und Biologie waren sie zumindest erstmal “anders” als “wir”.

Sprich: trans Frauen mussten uns erstmal “beweisen”, dass sie dazugehören, und zwar in erheblich größerem Maße als jede cis Frau (wobei es durchaus Formen von Femininitätsfeindlichkeit gab, die hier sowohl cis Femmes wie auch trans Frauen getroffen hat).

Das ist natürlich eine super unfaire Konstellation, die man eigentlich kaum “gewinnen” konnte. War die trans Frau “zu feminin”, war sie “nicht lesbisch bzw feministisch genug”. War sie “zu maskulin”, war sie “nicht Frau/weiblich genug”. (Dieser Double Bind existiert bis heute.)

[hier hatte ich eine kurze Schreibpause gemacht]

Eine “harmlosere” Variante dieses Gatekeepings war, dass wir an das “korrekte” Verhalten von trans Frauen erheblich strengere Maßstäbe angelegt haben als an das Verhalten sehr vieler cis Frauen (und teils auch anderer afab Leute).

Femininitätsfeindlichkeit in lesbischen/feministischen Kontexten

Und ja, zu diesem “wir” gehöre ich definitiv dazu. Auch wenn ich gleichzeitig auch eine “Verwandtschaft” mit trans Frauen empfunden habe, weil die sich ebenso wie ich als Femme oft sehr explizit für *Femininität* im Genderausdruck entschieden und diese wertgeschätzt haben.

Die Femininitätsfeindlichkeit in lesbisch-feministischen Kontexten war (ist) nämlich teils echt krass. Je femininer mein Aussehen/Auftreten wurde, je häufiger wurde mein Recht, mich in Lesbenräumen aufzuhalten, angezweifelt. Dazu kamen meine trans masc/male Partner*innen (s.o.).

Zugehörigkeitsnormen und deren Infragestellen durch verschiedene Gruppen

Je mehr meine eigene Zugehörigkeit in Frage gestellt wurde, desto mehr habe ich die Zugehörigkeitsnormen zu Lesbenräumen (etc.) insgesamt in Frage gestellt. Ich glaube, das ging parallel vielen so: Femmes, Butches, trans masc/male Leuten, cis Partner*innen von trans Frauen…

Davor/parallel/überschneidend gab es natürlich auch weitere Diskussionen, die sich schwerpunktmäßig um Race (Schwarze Lesben), Class (Proll-Lesben), Behinderung (Krüppellesben) u.a. marginalisierte Leute/Gruppen in diesen Kontexten drehten. Dazu kann ich aber nicht so viel sagen.

Wichtig ist aber, dass es *immer* eine Gleichzeitigkeit von vielen feministischen und lesbischen Diskussionen gab, und es *nie* eine statische Einigkeit gab, wer nun wie zu “uns” dazugehört und wer nicht. Außer evtl. in sehr kleinen/spezifischen Untergruppen.

Es existierten also immer auch “separatistischere” und “offenere” Gruppen und Events nebeneinander, teils sogar mit personellen Überschneidungen. Das ganze war und ist ein dynamischer Prozess, oft auch regional unterschiedlich kein Monolith.

Gespräche mit Veranstalter*innen zu Trans-Inklusion

Und viele von uns sind auch trotz politischer und sozialer “Bauchschmerzen” zu Events gegangen, weil es einfach NICHTS anderes gab (teils, weil wir lokal zu wenig Leute waren, um selbst was zu organisieren). Und weil uns halt wenigstens zugehört wurde (v.a. als cis Lesben).

Ich erinnere mich an mehrere Diskussionen mit verschiedenen Veranstaltungsteams, wo wir dafür argumentiert haben, sowohl trans Frauen als auch trans masc/male Leute einzuladen. Und wie wir das dann mit den Klos handhaben (auch so ein Dauerbrenner unter den “umkämpften” Orten)…

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das tatsächlich was gebracht hat, weil im diesen Gesprächen (und in der persönlichen Begegnung mit trans Leuten) oft klar wurde, dass die vorhandenen Ängste vollkommen unnötig und teils komplett “fehlplatziert” sind.

Es hat aber halt auch immer wieder erfordert, dass trans Menschen sich diesen Situationen aussetzen. Und nur weil die Veranstalter*innen transinklusiv waren, war es der Rest der Anwesenden trotzdem leider nicht unbedingt…

Unterschiede zwischen Ankündigungen und Veranstaltungsrealitäten

Was auf dem Papier stand, war also nicht unbedingt das, was auch real vor Ort stattfand – in beide Richtungen. Manche Gruppen/Events waren auf dem Papier vollkommen “korrekt”, aber die Atmosphäre vor Ort war trotzdem sehr eisig gegenüber v.a. (erkennbaren/bekannten) trans Frauen.

Andere Gruppen/Events haben sich erst super spät umbenannt, waren aber in der Praxis schon viel länger transinklusiv (teils waren sogar *mehr* trans Leute als cis Leute in den entsprechenden Orgateams!). Das war/ist allerdings oft echt schwer von außen zu erkennen.

Manche Events haben auch fragwürdige Kompromisse gemacht. Da stand dann zwar “FrauenLesben” drauf, aber persönlich bekannte trans masc/male Personen waren trotzdem willkommen. Es war ein bisschen “don’t ask, don’t tell” (was natürlich nur bedingt funktioniert hat).

Ich kenne sowohl mehrere trans masc/male Personen, die NIE zu sowas hingehen würden als auch solche, die prima damit leben können. Menschen und ihre Lebensgeschichten und Loyalitäten sind komplex und manchmal super widersprüchlich.

Femininität von trans Frauen; “Crossdresser”, Drag Queens

In der Praxis war es so, dass trans Frauen eigentlich erst dann überhaupt mal probeweise irgendwohin gekommen sind, wenn sie einen gewissen Grad an “femininem Aussehen” erreicht hatten. Nicht unbedingt cis-weiblich-passing, aber schon deutlich feminin.

Damals gab es in manchen Ecken der FrauenLesben-/FLIT-Community auch ein großes pauschales Misstrauen gegenüber cisheterosexuellen “Crossdressern” (TVs) und teils auch gegenüber (meist schwulen) Drag Queens und Tunten.

Einige cis Frauen empfanden deren oftmals sehr plakative/stereotype Femininität als eine Wiederholung frauenfeindlicher Klischees. (Andere, z.B. einige Femmes, fanden darin aber durchaus auch Andockpunkte. Die erste “Bio-Queen”, die ich kannte, war eine lesbische Femme.)

Diskussionen um echt, unecht, Alltag, Show, Verkleidung, Identität, Reproduktion, Dekonstruktion…

Teils überschneidend mit Diskussionen um Butches, trans masc/male Leuten und Drag Kings ging es da viel um “echtes Leben”/”Alltag” vs. “Show”/”Performance”. Und um die Frage, was bloße Reproduktion und was Dekonstruktion oder Kritik von geschlechtlichen Stereotypen ist.

Einerseits war alles, was man als “Verkleidung” kategorisieren konnte, ein willkommener Spiel- und Experimentierraum (und zwar ziemlich kreuz und quer durch alle Identitäten). Gleichzeitig war das aber alles nicht so richtig “echt” und wurde vom “Alltag” abgegrenzt.

Andererseits war gerade Drag Kinging für nicht wenige trans masc/male Leute ein Ort, an dem sie erstmals sehr “unverbindlich” Maskulinität und Männlichkeit ausprobieren konnten. Viele davon gingen schnell auch ganz privat mit angeklebtem Bart, Binder und Packer auf Partys.

Und manche fingen dann etwas später auch mit Testo an. Wie ich vorhin schon gesagt habe: Die Grenze zu trans und butch war sehr fließend.

Andere Drag Kings haben sehr vehement den Unterschied zwischen Rolle und Realität betont und waren im Alltag teils auch eher feminin.

Verschiebung von Femmeness von “Begehren” zu Gender (ca. Mitte 2000er)

Manche Femmes haben parallel angefangen, sehr exzessive Formen von Femininität zu verkörpern, nur auf Partys oder auch im Alltag. Manche haben sich dabei von Drag Queens inspirieren lassen.

Man sieht das z.B. ziemlich gut im Foto- und Begleittext-Buch “Femmes of Power”.

(Allerdings gibt es auch historisch davor bereits Femmes, die in ihrem spezifischen kulturellen Kontext als “hyperfeminin” und damit gender-nonconforming gelesen wurden, z.B. Femmes, die Sexarbeiterinnen waren.

Ich schreibe hier also nur über einen Ausschnitt queeren Lebens.)

In diesem Kontext auch wichtig: “Femme” wurde ab den frühen 2000ern immer mehr eine eigenständige ID, die sich zunehmend auf Gender statt auf Begehren (oder Genderausdruck als Ausdruck von Begehren in queerem Kontext) fokussierte.

Teils hatte das auch mit der oben beschriebenen (und neulich schonmal thematisierten) Verschiebung von “Butch/Femme als gemeinsame Community” zu “trans Männer als separate Community und ihre Femme- Partnerinnen als Angehörige in Randposition” zun tun.

Auswirkungen dieser Diskussionen auf trans Frauen

Trotz all dieser “Ausnahmen” wurde alles, was als “Verkleidung” lesbar war, tendenziell als “unecht” interpretiert.

Das traf v.a. ältere, spät-transitionierte trans Frauen, die kein oder nur wenig Cis-Passing hatten (und teils auch nie erreichen würden).

Das traf auch trans Frauen in einem sehr frühen Transitionsstadium, die teils noch sehr wenig Wissen über/Übung mit “normativen” Versionen von femininer Kleidung, Schminke und Frisur hatten. D.h. sie fielen oft ein wenig “aus dem Rahmen” und wurden daher als “unecht” gelesen.

(Ich bin sicher, es passieren ähnliche Dinge mit “nicht-normativ männlichen” trans Männern in Männerräumen, aber damit habe ich null eigene Erfahrung/Beobachtung und kann daher nichts dazu sagen.)

(Und natürlich muss man an dieser Stelle auch die Frage stellen, warum ÜBERHAUPT cis Femininität und Weiblichkeit als erstrebenswerte Norm für alle Frauen gelten sollten. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass das damals schon jemand im deutschsprachigen Raum getan hätte.)

Auswirkungen des leichteren Zugangs zu medizinischen Transitionsmöglichkeiten (ab ca. Mitte 2000er)

Meine persönliche Theorie ist, dass auch der erleichterte Zugang zu medizinischen Transitionsmöglichkeiten für trans masc/male Leute zu dieser Aufteilung in “echt” und “unecht” beigetragen hat. Platt gesagt: Warum Bart ankleben, wenn man eh trans ist und auch Testo nehmen kann?

Transition war damit eine zunehmend präsente Erscheinung im queerem Umfeld, d.h. es stellte sich für viele auch viel “zwingender” als früher die Frage, warum man es *nicht* macht, jetzt wo die Hürden so viel niedriger waren.

Auswirkungen auf weibliche/nonbinary Butches

Und einige weiblich (oder transgender-aber-nicht-transsexuell) identifizierte Butches waren irgendwann echt genervt davon, immer wieder erklären zu müssen, dass sie wirklich und in echt FRAUEN sind und bleiben wollen. Und nicht trans Männer, die sich bloß nicht trauen.

Dieses Fragen war vom Umfeld meist sehr unterstützend und trans-akzeptierend gemeint. War aber oft trotzdem schmerzhaft, gerade wenn diese cis Butches davor ewig dafür gekämpft hatten, endlich als vollwertige Frauen anerkannt zu werden, egal wie maskulin sie sind.

D.h. es gab durchaus vereinzelt kleine soziale Umfelder, wo “Frau-bleiben” tatsächlich eher die Ausnahme und nicht die Regel für maskuline afab Menschen in diesem speziellen Kreis war.

Daher kommt glaub ich die absurde Vorstellung, dass butchige Mädchen heutzutage “zur Transition gezwungen” werden.

Was natürlich Unsinn ist (u. auch damals war). Wer zu genervt war, hat sich i.d.R. einfach neue Freund*innen gesucht (leider manchmal welche, die anti-trans waren.

“Crossdressing als Fetisch”; trans Femininitäten in sexualitätszentrierten Frauen-/FLIT-Räumen

Besonders in sexualitätszentrierten FLIT-Räumen (z.B. Workshops zu Sexualität, Sexpartys, BDSM-Playpartys) kam neben “echt”/”unecht” noch die Frage nach “Crossdressing als Fetisch” dazu, wenn es um die Präsenz von amab trans/nonbinary Menschen ging.

Das ist natürlich an sich schon ein transfeindliches Trope (Stichwort “Autogynophilie”, d.h. sich selber als Frau sexy finden, aber nur bei trans Frauen pathologisiert). Trotzdem GIBT es auch cisheterosexuelle männliche Crossdresser, die nicht trans/nonbinary sind.

Die hatten (haben?) teils ihre ganz eigenen Foren & Communitys, die praktisch null Schnittmenge mit FrauenLesben-Communitys hatten. Manchmal gab es einzelne Anfragen, z.B. bei Stammtischen für BDSM-Frauen, aber meist wurde auch da die Grenze bei “was bist du im Alltag?” gezogen.

Auch da also wieder die “echt”/”unecht” Geschichte. Manchmal kamen aber doch einzelne “Crossdresser”, was meist ein komischer Kulturclash für beide Seiten war. FLIT-BDSM-Kontexte sind kulturell-kommunikativ nämlich teils SEHR anders als heterozentrierte BDSM-Kontexte.

Da gab es also schnell Missverständnisse. Und weil die “Crossdresser” meist auch keine persönlichen Kontakte zum Rest der Anwesenden hatten, hatten sie auch keinen “wir kennen uns bereits persönlich”-Bonus. Plus das Ding mit der Femininitätsfeindlichkeit in FrauenLesben-Räumen.

(Den gleichen Kulturclash gab es aber auch zwischen cis Frauen, die BDSM-mäßig in FrauenLesben-/FLIT-Kontexten “sozialisiert” wurden und denen, die aus heterozentrierten Kontexten kamen. Aber da wurde er eher klein geredet/behoben und bei amab Leuten eher aufgebauscht/belassen.)

Präsenz von trans Frauen in FrauenLesben-Räumen (später FLIT-Räumen)

Sprich: Auch wenn es immer ziemlich viele Individuen gab, die überhaupt kein Problem mit trans Frauen (und anderen trans femininen Leuten) hatten, war es aufgrund dieser gesamten Geschichte super schwer für trans Frauen/Fems, Zugang zu FrauenLesben-/FLIT-Räumen zu bekommen.

Weniger wegen individueller, bewusster Transfeindlichkeit/Transmisogynie (obwohl es die auch gab und gibt) als wegen strukturell-historisch verfestigter Ausschlüsse, die auch dann nicht leicht zu beseitigen sind, wenn man sie wirklich, wirklich nicht (mehr) haben will.

Nichtsdestotrotz gab es in all diesen Räumen auch immer schon einzelne trans Frauen, die einfach da waren. Viele davon waren aber keine trans AKTIVISTINNEN, die sich explizit um mehr Zugänglichkeit für trans Frauen bemüht haben. Ich nehme an, sie konnten es sich nicht leisten…

Das führt teils zu sehr absurden (aber persönlich nachvollziehbaren) Konstellationen wie dass eine trans Frau die Person ist, die am allerrestriktivsten über Geschlecht denkt und am allermeisten Gatekeeping betreibt, und viele cis Frauen viel viel inklusiver sind und handeln.

Noch neueres Akronym FLINT; erneute Diskussion um Zugehörigkeitskriterien, v.a. in Bezug auf amab nonbinary Menschen

Und das bringt uns nun endlich auch zum neuesten Akronym FLINT. Die meisten Räume, die in ihrer Benennung diesbezüglich gezögert haben (oder es noch tun), hingen/hängen nämlich an der Frage nach amab nonbinary Leuten fest.

Weil damit wieder neu diskutiert werden muss, was denn die Zugehörigkeit zu diesem Raum ausmacht und was davon ausschließt. Biologie/Anatomie? Eher nicht. “Echtheit”/Alltag? Hat sich mit der Verschiebung zu “Selbstidentifikation” als entscheidendem Kriterium eigentlich erledigt.

Marginalisierung/Diskriminierungserfahrung? Vielleicht. (Aber wo/wann? Und im Vergleich zu wem?) “Sozialisation”/Lebensgeschichte? Macht bei immer früheren Transitionen immer weniger Sinn. Politische Überzeugungen? Eventuell? (Zumindest in manchen Räumen).

Vieles davon ist sowieso viel einheitlicher imagniert als es real ist (auch, wenn wir uns auf cis Frauen beschränken!). Und das meiste ist kaum kontrollierbar – und schon gar nicht in ein paar Sekunden Interaktion an der Tür zum Veranstaltungsraum.

“Alle außer cis Männer” finden viele trans Männer transfeindlich

Dazu kommt, dass viele trans Männer die Regelung “everyone but cis men” als transfeindlich empfinden, weil sie damit zumindest in eine andere Kategorie Mann gesteckt werden als cis Männer (wenn nicht gleich ganz als nicht-so-richtig-Mann und “Frau light” vereinnahmt werden).

Lösungsansätze

Ich habe dafür keine tolle, allgemeingültige Lösung! Ich denke, es muss je nach Kontext entschieden werden, wer eingeladen werden soll und wer nicht. Und dann muss man das exakt benennen – also nix mit unerklärten Sternchen oder FLINT, wo vollbärtige Leute böse angestarrt werden.

Ich denke, die Zugangskriterien sind ein Ding. Das andere Ding ist das Verhalten, wenn man drin ist. Es darf dabei keine verschiedenen Maßstäbe für cis Frauen vs. alle anderen Geschlechter geben. Und wir sollten insgesamt weniger Einheitlichkeit unserer Erfahrungen unterstellen.

(Das wäre eh gut in Bezug auf all die anderen Differenz- und Machtachsen in dieser Welt!)

Ich denke, wir brauchen sowohl wohlwollende Fehlertoleranz als auch angemessene(!) Konsequenzen bei Scheißverhalten. Gemeinsam erarbeitete Codes of Conduct könnten evtl. bei beidem helfen.

Und ich denke, dass es gut ist, sich (und einander) überall und immer wieder zu fragen: Wen schließen wir aus unseren Räumen aus? Wollen wir das? Wenn ja, warum? Wenn nein, wie ändern wir das?

Nicht-homogene Orgateams können dabei helfen. Ebenso direkte Gespräche miteinander.

Fazit

Ich glaube, mein Fazit ist, dass ich es (inzwischen) sehr gut verstehen kann, wenn trans/nonbinary Menschen sich in FLI(N)T Räumen nicht willkommen fühlen. Diese Räume HABEN unzweifelhaft eine Geschichte, die ausschließend WAR und oft noch immer IST.

Diese Räume waren aber auch immer ebenfalls Räume, in denen es RAUM und Unterstützung für trans und nonbinary Menschen gab (für afab mehr als für amab). Und ich wünsche mir, dass sie das auch bleiben – und dass das auch spürbar ist, wenn man da ist.

Und ich möchte festhalten, dass es wirklich, wirklich FLI(N)T Räume gibt, in denen vollbärtige Menschen NICHT angestarrt werden (oder höchstens, weil sie jemand attraktiv findet) und in denen auch amab nonbinary Leute erwünscht sind (auch wenn wir da teils noch Lernbedarf haben).

Wenn ich persönlich also FLIT/FLINT nutze, dann meine ich das auch exakt so: Frauen Lesben Inter Nonbinary Trans. Amab ebenso wie afab. Nach Selbstdefinition. Und unabhängig von cis-Passing oder Transitionstätigkeiten.

(Und obwohl dieser Thread bereits gefühlte 5 km lang ist, habe ich immer noch ganz vieles gar nicht angesprochen. Aber ich kann ja wann anders nochmal mehr Threads machen, wenn mir mal wieder nach Geschichte(n) erzählen ist. :) )

Femme representation (pet peeves & recommendations)

Recently, Corey Alexander wrote a great series of tweets about butch representation (especially in fiction) and what kinds of butches and butchness are overrepresented and which ones could use a lot more representation. (Aside from the fact that butches/butchness in general could use a lot more representation, of course. See this Twitter thread and this blog post from Corey for more on that.)

Their thread inspired me to write a list of my own femme representation pet peeves (not just in fiction) as a companion to that thread. And since I’m bad at being brief, I’m making this into a blog post.

Before we start: A few words on my perspective and use of language

I’m writing this as a butch-loving femme who actually enjoys and eroticizes many of the more stereotypical representations of butch/femme dynamics. Nevertheless, many of these representations still miss the mark for me, usually in nuances – and often that feels actually worse than “they didn’t even try to make this three-dimensional.” Because it’s sooo close to home and then still misses. I imagine this disconnect is even worse for femmes (and femme-loving people) who match and/or enjoy the stereotype(s) a lot less than I do.

Of course, notable exceptions to the representations spelled out below exist (and I’m adding some at the very end of this post), so this is not about “always” or “never,” just about tendencies/patterns I’ve noticed.

Please note that I’m using “butch” as a shorthand here, which in this context includes masculine-of-center female, nonbinary, genderqueer, and transmasculine individuals/characters who may or may not identify as “butch.” I’m mostly using “femme” to mean “people/characters who actually identify as such and who actively desire and/or support butches” because I feel this is a necessary distinction between the kind of femmeness I’m talking about and a The L-Word type of feminine lesbians (who in my experience very often are anything but butch-loving or even just butch-supportive in a friendship/community/politics way – and that’s not the kind of femmeness I want to associate myself with).

I’m mostly referring to butch/femme dynamics because that’s where my own preferences are. This is not to suggest that other dynamics involving femmes or butches don’t exist or are any less worthy of representation. I just haven’t read enough femme/femme or butch/butch stories to have a good sense of the stereotypes in them. My examples are also heavy on the assigned-female-at-birth side for both femmes and butches because that’s mostly what I’ve been reading (which is mostly because that’s the majority of what’s available in terms of butch/femme stories).

Onwards to my femme representation pet peeves!

I’ll describe them as if they were rules. Because often it feels as if they are.

  • Femmeness is mostly about aesthetics/style, not about a deep sense of gender/queerness/genderqueerness. And it’s even less about desiring/inhabiting a specific role in a specific dynamic (which is then communicated by way of visual appearances).
  • Femmes are always high femmes. Especially when they go out, they always wear careful make-up (never without lipstick!), heels, stockings, lingerie, neat and stylish clothes, and elaborate hair – the whole 1940s/50s pin-up package. Or maybe the goth chick package. Or any other variation of highly-stylized and neatly-styled femininity. Femmes don’t wear hoodies and jeans, or chunky boots, or inexpertly styled hair (or no hair at all), or go bare-faced, especially not when they go out to flirt/date/hook up.
  • Femmes’ bodies are always curvy and have cleavage/bigger breasts. Femme attractiveness (especially when described from a butch perspective) tends to focus on the same bodyparts over and over again: tits, hips, lips, hair, legs/feet (if in stockings/heels). The focus is on how she looks, not what she can do with her body (aside from flirting/sex) or how her body feels (especially if it’s anything but “soft”).
  • Femmes have always been girly girls (or at least wanted to be girly girls) and never went through an androdyke or butchy phase (e.g. to fit the still-dominant ideal of dyke beauty/desirability and/or be easily recognizable as lesbians/queers). And if they did, they didn’t like anything about it.
  • (Cis) femmes are fundamentally, perhaps even essentially, different from butches in terms of gender and have never experienced any way of being gender-nonconforming themselves (and therefore can’t possibly know what it feels like for a butch).
  • The only issues a femme ever has out in the straight-centered world are her queer/lesbian invisibility and the sexism/anti-femininity thrown at her by cis guys (and cis guys only). She never experiences anti-queer hate, unless she’s with a butch. Also, anti-femininity in queer spaces doesn’t exist – at least not as an actual problem. And it of course never comes from butches/people who desire femmes.
  • Femmes are always really good at femininity. They just know how to draw a perfect cat-eye, bake a perfect cupcake, style the perfect hairdo, cook a perfect three-course meal, find the perfect accessories to go with any outfit, do a perfect striptease, create the perfect home. They may have learned these things at some point much earlier in their lives, but we never actually see them practice or struggle to get it right. Unless a butch is making them nervous so they burn dinner for the first time in their lives. Or there is a “I’m not like the other girls” narrative woven into the story.
  • They never have a fraught relationship with femininity (except maybe when they think it clashes with their feminism). This also often makes for “I’m not like the other girls” narratives. You know, where “they” are everything our plucky heroine is not (e.g. highly invested in their appearance, intensely emotional, bad with tools, bad at sports – in other words “too feminine”). Which is a major way of keeping women/femmes/feminine people from being in solidarity with each other.
  • Femmes also rarely have femme friends. Their main way of relating to other femmes is competitively. Unless they need femme friends to either set them up with a butch or talk about a butch. Femme friends are mostly there to help a femme pass the time until an amazing butch comes along. Then they either go into competition mode or they lose importance because now there’s that butch to focus on. Maybe they’ll reappear to do some processing around the butch or offer comfort after heartbreak, but that’s basically all femme friendships are for. Oh, and sometimes there’s talk about lingerie, nail polish, or shoes.
  • Femme caring (for butches) often veers into the maternal (cooking/feeding, cuddling, gentle chastising). It’s rarely portrayed as being fierce/aggressive in making/defending space for butches and other queers, being a political organizer, being strict/structured (outside of being a top). This is despite the reality that very often, it’s actually femmes who run (non-cismale-centered) queer things.
  • Femmes are mostly into very stereotypical versions of butchness (e.g. muscles, toughness, sexual prowess, good with tools), not butches who are predominantly kind, nerdy, inexperienced, fearful…
  • Femmes are always high maintenance. They inevitably require lots of time to get ready to go out (all that perfection needs time!). They also require butches to jump through lots of emotional hoops to show they are worthy of the femme’s attention.
  • Femmes never communicate plainly and directly, especially not with butches. Instead, they always speak in hints and make butches read between the lines/read their minds. Femmes actually speak a completely mysterious language (especially amongst themselves) that no butch could possibly understand without years of careful study and/or wise mentoring by other butches.
  • Femme sexuality comes in three variations only. 1) Bitch queen goddess top, 2) sexual service submissive, 3) pillow queen. Femmes don’t have cocks, femmes aren’t heavy masochists, and femmes don’t care much about the sexual pleasure of butches (except when they’re giving them blowjobs). Femme sexuality mostly exists to show how sexually skillful a butch is, especially compared to any and all cis men ever.
  • Femmes always like to be touched, everywhere, all the time (at least by a butch). The only possible exception to this is when they have a history of sexual violence/abuse (which will then be “healed” by the touch of a butch because butches are magically exempt from ever violating a femme’s boundaries). Or when the femme has body issues around being “too fat” (which will then also be “healed” by the magic of a butch preferring a “curvy girl” over a “skinny bitch”).
  • Femmes just magically know how to read/touch/not touch butch bodies to the point of recognizing their (“degree” of) masculinity long before the butches acknowledge it themselves. Because only a “real femme” can really see a butch. There is never a need to have an actual conversation about who likes what, as an individual, especially not in terms of gender. Because gender is natural for both femmes and butches (and if anyone ever needs to explain anything about how they would like to have their gender addressed/handled, it’s the butch). Besides, such a conversation probably doesn’t go well with the “strong silent type” butch who just magically knows what a femme needs – even if she doesn’t know it herself yet.

Which brings me back full circle to Corey’s original threads because of course these femme stereotypes usually come with their respective butch counterparts that are just as limited (and – from what I hear – often feel as prescriptive).

Femme stories I want to see (more of)

I’d like to follow up on this list with a quote that has shaped my own idea of butchness and femmeness from the very beginning (which in my case means the late 1990s):

“One voice is not a repudiation of the other. The courtly butch, the femme wife, the punk femme, the butch bottom, the femme slut, the street butch, the bulldagger and her lady, the lesbian-feminist femme, the movement butch, the tomboys are all here to reconnect us with our history and our creations.”

— Joan Nestle in “The Persistent Desire: A Femme-Butch Reader” (1992)

Because, yes, I still want stories about curvy high femmes in spectacular outfits who have always been girly girls, easily excel at many traditionally feminine things, expertly speak in subtleties, know how to see a butch without being taught, and are into strong, tough butches who fuck them hard until they’ve had the most and best orgasms in their entire life (at least until their next encounter with that butch). Many of these stories are amazing and affirming and hot as fuck.

I just want other stories along with them.

Stories about femmes who successfully work through their competitiveness with each other. Stories about smart-ass femmes who are into nerdy butches. Stories about femmes with glasses and crutches and non-sexualized trauma. Stories about femmes who mentor each other, about femmes who learn how to put on make-up/a dress/a bra and how to walk in high heels only after they’ve long become adults, about femmes who like to have their cocks sucked by big butches, about tall femmes with short butch partners, and about femmes who lead on the dancefloor (and still want to get fucked hard in bed). Stories about femmes who skillshare and collaborate and put each other first (even though they still mostly desire butches), about femmes who are over 40, or over 60 (and still having sex), about femmes who are entirely disinterested in sex with anyone but themselves, about femmes who are aware of their queer history and heritage, about femmes who have been part of queer communities forever and then meet a butch who has been straight until three weeks ago. Stories about femmes who have butch friends who are neither their exes nor their future partners, about femmes who experience different kinds of marginalizations working together (and with others) to be better allies for each other (without any oppression olympics), about butch/femme team dynamics, and about femme friendship. For example. And if you wanted to throw some spaceships, dragons, pirates, robots, tentacled aliens, and/or witchcraft in there, that would also be fine with me.

So, as promised, here’s a short chronological list of examples of how these femme stories could look like. I have deliberately not just picked fictional stories (those are marked with *) but also included conversations between femmes and autobiographical pieces because, for me, they are all part of the stories we tell each other.

  • Madeline Davis, Amber Hollibaugh & Joan Nestle: “The Femme Tapes” (recorded in 1982, published in: Joan Nestle: The Persistent Desire: A Femme-Butch Reader (1992))
    — conversation between three “old gay femmes” as an example of how femmes share experiences, support, and knowledge with each other
  • Patrick Califia: “The Calyx of Isis” (in: Macho Sluts (1988))*
    — kinky erotic story set in a huge dyke-owned playspace with a gorgeous variety of dyke/queer genders, including some amazing femmes
  • Patrick Califia: Doc & Fluff: The Dystopian Tale of a Girl and Her Biker (1990)*
    — dyke-centered novel with a tough femme main character, massive content warning for all kinds of real-world violence
  • Patrick Califia: “What Girls Are Made Of” (in: Melting Point: Short Stories (1993))*
    — three queer femme strippers and a butch bottom
  • Mabel Maney – The Case of the Not-so-Nice Nurse (1993), The Case of the Good-for-Nothing Girlfriend (1994) & A Ghost in the Closet (1995)*
    — series of novels that are a spoof/homage of 1950s Nancy Drew mysteries, populated with a cast of femmes and butches, and featuring many hilarious descriptions of outfits and accessories, added here for its loving play on many, many butch/femme stereotypes
  • Minnie Bruce Pratt: “Green Scarf,” “New Year’s Eve,” “Camouflage,” “Fear,” & “Martial Arts” (all in: S/HE (1995))
    — short autobiographical pieces about the complexity of femme gender and about butch/femme as a team dynamic (Minnie Bruce Pratt was the partner of Leslie Feinberg of Stone Butch Blues [link goes to free download] and Transgender Warriors fame until Feinberg’s death).
  • Leah Lilith Albrecht-Samarasinha (now: Leah Lakshmi Piepzna-Samarasinha): “Gender Warriors: An Interview with Amber Hollibaugh” (in: Laura Harris & Elizabeth Crocker (eds.) Fem/me: Feminists, Lesbians, and Bad Girls (1997))
    — intergenerational conversation between two femmes (Piepzna-Samarasinha went on to write a book called Dirty River: A Queer Femme of Color Dreaming Her Way Home (2016) which alludes to Hollibaugh’s book listed below – I haven’t read it yet, so it’s not on this list).
  • Carol Queen: The Leather Daddy and the Femme (1998)*
    — erotic stories about the relationship between a cisfemale bisexual femme and a cismale gay leatherman.
  • Amber Hollibaugh: “My Dangerous Desires: Falling in Love with Stone Butches, Passing Women and Girls (Who are Guys) Who Catch My Eye” (in: My Dangerous Desires: A Queer Girl Dreaming Her Way Home (1998))
    — autobiographical piece about the complexity of femme gender, desire, and politics.
  • Xan West: “My Pretty Boy” & “The Tender Sweet Young Thing” [link goes to full story] (in: Show Yourself To Me: Queer Kink Erotica (2015))*
    — two kinky erotic stories that feature femme transmasculine/nonbinary/genderqueer bottoms and show femmeness as both a source of strength and a show of intentional vulnerability (please check the content notes in the book).

Most of these authors have written many more stories with more great femmes (real and fictional), but these ones stood out to me in particular.

I also want to acknowledge that this list is missing all of the amazing writing by femmes that I have read in digital spaces, so it’s necessarily excluding a lot of perspectives that nevertheless exist and have had a welcome impact on me.

Please feel free to add your favorite femme stories to my list in the comments!